Der starke Anstieg der Neuwarepreise hat den Markt für Altkunststoffe und Rezyklate im April deutlich stärker erreicht als noch im März. Vor allem bei PE-Folienregranulaten, besseren Gewerbemischfolien sowie einzelnen PP- und Post-Industrial-Qualitäten sorgten die hohen Preise für Primärware für mehr Nachfrage und festere Notierungen. Von einer durchgreifenden Erholung wollten Marktteilnehmer jedoch weiterhin nicht sprechen.
Auch Anbieter von Post-Industrial-Mahlgütern sprachen von einer besseren Nachfrage. Verarbeiter fragten aufgrund der hohen Neuwarepreise wieder stärker nach. Je nach Material, Farbe und Spezifikation wurden Preisanhebungen im Bereich von 20 bis 50 €/t genannt.
Auslöser der Bewegung waren erneut die Verwerfungen am Primärkunststoffmarkt. Die Nahostkrise, höhere Rohstoff- und Energiekosten, gestörte Lieferketten sowie Probleme in der Transportlogistik sorgten im April für massive Aufschläge bei Neuware. Besonders PE und PP verteuerten sich deutlich. Dadurch verbesserte sich der Preisabstand zugunsten von Rezyklaten. Gleichzeitig blieb die Nachfrage in wichtigen Endmärkten schwach.
Auch im Recyclingmarkt wirkten höhere Frachtkosten und knappe Lkw-Kapazitäten belastend. Marktteilnehmer berichteten von Diesel- und Krisenaufschlägen und verzögerten Lieferungen. Unverändert gilt, dass die aktuellen Impulse die strukturellen Probleme der Recycler nicht lösen. Die höheren Neuwarepreise haben den Rezyklatabsatz im April zwar punktuell gestützt. Hohe Kosten und schwache Endmärkte in einzelnen Segmenten bleiben jedoch bestehen....

