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Kennzeichnung von Obst & Gemüse per Laser: Kleine Nische oder großer Trend?


© Netto Marken-Discount
08.05.2018 − 

Die Kennzeichnung von Bio-Obst und Bio-Gemüse per Laser sorgt zunehmend für Schlagzeilen in der deutschen und europäischen Handelslandschaft. Während einige Händler das neuartige Verfahren noch testen, sind andere bereits bei einzelnen Produktgruppen über die Testphase hinaus, unter anderem Netto und Rewe. Die Einsparung von Kunststoffverpackungen und Etiketten steht hierbei im Fokus. Mit dem steigenden Interesse an der neuen Technologie wächst auch die Zahl der Maschinenlieferanten.

Nach EUWID-Recherchen bietet die Laserkennzeichnung aber auch einige Herausforderungen, wie die Erfahrungen der schwedischen Supermarktkette ICA zeigen. Zudem erfordert das Branding per Laser ein generelles Umdenken beim Verbraucher, vor allem, wenn es um die Markenkommunikation geht. Die Etiketten- und Kunststoffverpackungsbranche sieht sich derzeit von dem Trend eher am Rande betroffen.

Netto plant nationale Listung
von gelaserten Bio-Gurken

Die Netto Marken-Discount AG & Co. KG, Maxhütte-Haidhof, hatte Mitte 2017 in Filialen in Bayern und Berlin testweise Bio-Ingwer und Bio-Gurken mit einem natürlichen Produktlabel angeboten. Dabei wird die Kennzeichnung statt auf einer Kunststoffverpackung oder einem Etikett per Laser direkt auf die Oberfläche der Frucht aufgebracht.

Wie der Händler auf Anfrage mitteilt, ist die Testphase mit diesen beiden Produkten mittlerweile abgeschlossen und gelaserter Bio-Ingwer ist bereits bundesweit in allen rund 4.170 Netto-Filialen erhältlich. Im weiteren Jahresverlauf ist die nationale Listung von Bio-Gurken geplant.

Rewe möchte das Lasern
bei Süßkartoffeln fortführen

Tests mit Laser-Logos zur Kennzeichnung von Obst und Gemüse hatte auch die Kölner Rewe Group in ausgewählten Rewe- und Penny-Märkten in Nordrhein-Westfalen im März vergangenen Jahres gestartet. Wie die Pressesprecherin Kristina Schütz auf Anfrage mitteilt, sind die Testergebnisse je nach Obst- und Gemüse-Sorte unterschiedlich. Bei manchen Produkten wirke sich das Lasern auf die Haltbarkeit aus, so dass eine Fortführung keinen Sinn mache.

Mit EcoMark und der Bluhm Systeme GmbH
zwei deutsche Maschinenhersteller im Markt

Bislang gibt es in Europa erst wenige Lieferanten von Maschinen zur Laserkennzeichnung von Obst und Gemüse. Vor etwa einem halben Jahr ist das deutsche Maschinenbauunternehmen D + E GmbH, Neuwied, mit seiner eigens zu diesem Zweck gegründeten Tochtergesellschaft EcoMark in das Segment eingestiegen. „Wir sehen großes Potenzial für die neue Technologie, da Aufkleber sowie Plastikverpackungen und damit Geld eingespart werden können“, erklärt der EcoMark-Geschäftsführer Richard Neuhoff im Gespräch mit dem EUWID.

Erstmals im März auf der Anuga FoodTec vorgestellt hat darüber hinaus die Bluhm Systeme GmbH, Rheinbreitbach, einen Food-Laserbeschrifter. Herz der Anlage ist der 30-Watt CO2-Laser „e-SolarMark“ mit einer Optik von 210 mm x 210 mm. Für einen noch größeren Markierbereich bietet das Unternehmen optional eine Optik mit bis zu 600 mm Breite an.

Maschinenlieferant Laser Food
schon seit längerem dabei

„Wer sich für Laser Labels entscheidet, sollte offen sein für einen Paradigmenwechsel beim Kennzeichnen von Produkten“, sagt Stephane Merit. Er ist International Sales Manager beim spanischen Maschinenbauer Laser Food, Valencia. Beim Lasern von Früchten sei man abhängig von der Größe der Oberfläche. Je größer die Frucht sei, desto mehr Kennzeichnungselemente seien möglich. Informationen könnten folglich auf eine andere Art und Weise als bislang üblich dargestellt werden, so Merit. Laser Food ist aktuell mit drei Maschinen im Markt.

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