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Kunststoffrezyklate in Lebensmittelverpackungen: bvse weist auf bestehende Probleme hin

30.11.2021 − 

Im Rahmen der heutigen Pressekonferenz des Bundesverbandes Sekundärrohstoffe und Entsorgung befürwortete der Verband noch einmal Mindestrezyklatgehalte in Kunststoffverpackungen. Nicht bedacht wurde dabei, dass es dafür auch Regelungen für den Einsatz von Rezyklaten im direkten Lebensmittelkontakt geben muss, so Herbert Snell, Vizepräsident des bvse.

Lebensmittelverpackungen unterliegen strengen Regulierungen für den Kontakt von Füllgut und Verpackung. An der notwendigen Überarbeitung der hierfür gültigen europäischen Richtlinie werde seit einem Jahr gearbeitet, so der Verband. Fristen, die sich die Kommission selbst setzt, werden regelmäßig verfehlt. Bei der jetzigen Geschwindigkeit sei nicht zu erwarten, dass es rechtzeitig rechtliche Rahmenbedingungen für Polyolefine geben werde. Dies werde dazu führen, dass bei den Verpackungskunststoffen eine Verschiebung weg von den Polyolefinen hin zu PET erfolge, so Snell weiter. Daher befürworte der bvse den Vorschlag, über polymerspezifische Rezyklateinsatzquoten nachzudenken.

Rezyklate in den Produktgruppen Lebensmittel und Kosmetik

Die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie arbeitet unter anderem mit der Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 der Kommission über Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen sowie der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 über für den Lebensmittelkontakt verwendete Kunststoffe. rPET gilt als "träger Kunststoff im Austausch mit der Umwelt". Es werden wenige Stoffe aufgenommen und abgegeben. Bei Polyolefinen stellt sich die Situation anders dar: Sie reagieren selbst in geschlossenen Kreisläufen leicht auf Umgebungsstoffe, die sie aufnehmen und wieder abgeben. Rezyklate aus Polyolefinen können daher nicht im direkten Kontakt mit Lebensmitteln eingesetzt werden, woran sich auch die Kosmetikindustrie orientiert. Dies kann auch mit dem Design for Recycling nicht gelöst werden. Es entstehen aufgrund notwendiger Barrieren Multilayer, die als nicht recyclingfähig gelten, und selbst bei Einstofflösungen könnten Störstoffe durch die Barriere in das Füllgut diffundieren.

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