CSRD: EU-Richtlinie zu Nachhaltigkeitsberichten senkt Schwelle für betroffene Unternehmen

Ende 2019 kündigte die Kommission in ihrer Mitteilung über den Europäischen Green Deal ihre Absicht an, die Richtlinie über die nichtfinanzielle Berichterstattung (NFRD) zu überprüfen. Gemäß NFRD-Richtlinie 2014/95/EU waren bisher "Unternehmen von öffentlichem Interesse", d. h. börsennotierte Unternehmen, Banken und Versicherungen mit mehr als 500 Mitarbeitern betroffen.

Diese Unternehmen waren in der Pflicht, Berichte über die von ihnen verfolgten Strategien in Bezug auf Umweltschutz, soziale Verantwortung und Behandlung von Mitarbeitern, Achtung der Menschenrechte, Korruptions- und Bestechungsbekämpfung, Vielfalt in den Unternehmensvorständen in Bezug auf Alter, Geschlecht, Ausbildung und beruflichen Hintergrund abzugeben.

Am 21. April 2021 legte die Kommission ihren Vorschlag für eine Richtlinie über die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD) vor, die darauf abzielt, die bestehenden NFRD-Vorschriften zu verschärfen. Am 21. Juni 2022 erzielten das europäische Parlament und der Rat eine vorläufige Einigung. Die Schwelle von 500 Mitarbeitern werde deutlich abgesenkt und auch auf nicht börsennotierte Unternehmen ausgedehnt, so dass alleine in Deutschland statt 600 Unternehmen künftig 15.000 der Berichtspflicht unterliegen werden, so Angaben aus dem Markt.

Der VDMA kritisiert die geplanten EU-Berichtspflichten zur Nachhaltigkeit als „realitätsfremd“. Sie sollen - unter anderem - die gesamte Wertschöpfungskette von Unternehmen umfassen. Dafür hätten mittelständische Betriebe weder die Expertise noch gebe es dafür ausreichend Experten am Markt. Für die große Zahl mittelständischer Unternehmen, die erstmals unter die CSR-Berichtspflicht fallen, wären die Anforderungen in dieser Form nicht umsetzbar. Es drohe eine riesige, ineffiziente und unnötige Bürokratiewelle auf den Mittelstand zuzurollen.

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