Der Fachverband Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel (FKN) kritisiert den deutschen Referentenentwurf für das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) als überreguliert und „Gold-Plating“.
Die im Entwurf vorgesehene Errichtung einer zusätzlichen Organisation für Verpackungsreduzierung mit jährlichen Kosten von rund 90 Mio € sowie die geplante 70-Prozent-Mehrwegquote gehen deutlich über die europäische Verpackungsverordnung (PPWR) hinaus, die lediglich eine zehnprozentige Mehrwegpflicht bis 2030 vorsieht.
Die im Referentenentwurf vorgesehene nationale 70-Prozent-Mehrwegquote ist aus Sicht des FKN angesichts des schon erreichten Mehrweg-Niveaus in Deutschland nicht gerechtfertigt. Eine derart hohe nationale Quote droht die politische Lenkungswirkung zu verzerren und ignoriert wissenschaftliche Ökobilanzen, die zeigen, dass hochwertig recyclingfähige Einwegverpackungen, wie Flüssigkeitskartons aus nachwachsenden Rohstoffen, ökologisch gleichwertig oder sogar vorteilhafter sein können.
Positiv bewertet der FKN die klare Verwendung des Begriffs „Flüssigkeitskartons“ sowie die geplante Übernahme der bestehenden 80-Prozent-Verwertungszuführungsquote. Kritisch sieht der Verband jedoch die vollständige Streichung der bisherigen Papierverbundquote. Diese Maßnahme würde die ökologische Lenkungswirkung schwächen und dringend benötigte Investitionen in moderne Recyclingtechnologien verzögern.
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