IPV übt Kritik am EWKFonds: „Zu teuer, zu bürokratisch, zu viele ungeklärte Graubereiche“

Auf Kritik aus der Verpackungsindustrie treffen die im Bundestag nun verabschiedeten Abgabensätze für den Einwegkunststofffonds.

„Das vorliegende Ergebnis des Gesetzgebungs- und Verordnungsprozesses ist wirklich enttäuschend. Vor knapp zweieinhalb Jahren haben wir zusammen mit vielen Branchenvertretern ein schlankes, kosteneffizientes und richtlinienkonformes Umsetzungskonzept der Politik vorgestellt, erklärt und übergeben“, kommentierte Karsten Hunger, Geschäftsführer des Industrieverbandes Papier- und Folienverpackungen (IPV) auf Anfrage des EUWID.

„Dass das EWKFondsGesetz sowie die EWKFondsVerordnung nun einen unglaublichen bürokratischen Mehraufwand für die Unternehmen mit sich bringen, der explizit verhindert werden sollte, das verstehe, wer will“, so Hunger weiter. Anstelle von einer effizienten Umsetzung aus vergleichbaren Nachbarländern wie Österreich zu lernen, würden deutsche Verbraucher und Industrie mit bis zu zehnmal höheren Kostensätzen belastet.

„Und das alles für ein Gesetz, dass nicht den Verursacher zur Kasse bittet, der Müll in die Umwelt wirft, sondern in der Mehrheit den trifft, der etwas kauft und anschließend die schützende Verpackung ordnungsgemäß entsorgt“, erläuterte der IPV-Geschäftsführer weiter.

„Zu teuer, zu bürokratisch, zu viele ungeklärte Graubereiche und eine weitere zusätzliche Abgabenlast für Verbraucher und Industrie in Deutschland. So ernüchternd und enttäuschend ist das Ergebnis“, teilte der IPV mit.

Laut dem in Kraft getretenen Einwegkunststofffondsgesetz müssen Hersteller von Kunststoffprodukten wie etwa Getränkebechern, Tüten- und Folienverpackungen oder leichten Tragetaschen ab 1. Januar 2024 eine Abgabe zahlen. Für ein Kilogramm in Verkehr gebrachte Lebensmittelbehälter sollen nach der nun erfolgten Entscheidung Hersteller 0,18 € als Abgabe entrichten, für Getränkebecher 1,24 €, für Tüten- und Folienverpackungen 0,88 €. Für leichte Tragetaschen ist eine Abgabe in Höhe von 3,80 €/kg vorgesehen.

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