
Das Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission hat einen technischen Vorschlag für eine EU-weit harmonisierte Kennzeichnung von Verpackungen und Abfallsammelsystemen vorgelegt. Orientiert an dem in den nordischen Ländern etablierten Piktogrammsystem empfiehlt das JRC ein zweistufiges Kennzeichnungskonzept, das klar zwischen der Kennzeichnung auf Verpackungen und der Kennzeichnung auf Sammelbehältern unterscheidet, beide Ebenen jedoch über ein gemeinsames visuelles Prinzip miteinander verknüpft. Der Vorschlag soll als fachliche Grundlage für die geplanten Durchführungsrechtsakte zur neuen EU-Verpackungsverordnung (PPWR) dienen.
Der Bericht wurde im Auftrag der Generaldirektion Umwelt erarbeitet. Er stützt sich auf umfangreiche Bürgerbefragungen, Verhaltensexperimente sowie Konsultationen mit mehr als 250 Akteuren aus Industrie, Entsorgungswirtschaft und Verwaltung. Der Bericht ist ausdrücklich als technische Empfehlung konzipiert, die Europäische Kommission ist nicht verpflichtet, die vorgeschlagenen Lösungen unverändert zu übernehmen.
Fragmentierte Kennzeichnungen überwinden
Ausgangspunkt der Analyse ist die starke Fragmentierung bestehender Abfallsortierkennzeichnungen in der Europäischen Union. Unterschiedliche nationale Farblogiken, Begriffe und Symbole erschweren nach Einschätzung des JRC sowohl die korrekte Sortierung durch Verbraucher als auch den grenzüberschreitenden Vertrieb von Verpackungen im Binnenmarkt. Die PPWR sieht deshalb eine verpflichtende, materialbasierte Kennzeichnung von Verpackungen und Abfallbehältern vor.
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