
Alternative Fasern waren in der Vergangenheit ein Marketingvorteil für die abfüllende Industrie. Den Papierherstellern und der Verpackungsindustrie haben sie hingegen mehr Aufwand als Nutzen gebracht.
Einige der schon in der Vergangenheit monierten Aspekte beim Einsatz alternativer Fasern sind den Aussagen im Rahmen der Fachpack zufolge noch immer nicht behoben. Dazu gehört der Reinigungsaufwand der Papiermaschinen nach dem Einsatz der Fasern. Trotz der Testphase der Otto Group mit Paludi-Biomasse in Transportverpackungen und dem Ziel, bis 2027 so viel Fasern aus wiedervernässten Mooren wie möglich einzusetzen, zeigten sich Unternehmen im Rahmen der Messe zurückhaltend.
Einige alternative Rohstoffe wurden während der Fachpack als Füllstoffe ohne weiteren Nutzen für die Papierherstellung bezeichnet. Bei Paludi-Biomasse scheint dies anders auszusehen. Moore würden enorme Mengen CO2 in Form von Kohlenstoff aus der Atmosphäre binden, hieß es kurz nach der Messe auch von Seiten des Bundesumweltministeriums. Eine verbesserte CO2-Bilanz durch den Einsatz von Paludi-Biomasse wirke entlang der gesamten Lieferkette, vom Bauern bis zum Abfüller, heißt es gegenüber dem EUWID.
Gamechanger Stroh?
Kurz vor der Fachpack hat der Papierhersteller Leipa informiert, am Standort Schwedt gemeinsam mit OutNature eine Strohfaserproduktionsanlage zu errichten. Der Papierhersteller argumentiert dabei anders, als bisher bei bei alternativen Rohstoffen berichtet wurde. Es geht um die Vorteile, die von den Fasern für die Papierherstellung ausgehen können. So bringe Stroh aufgrund der Länge der Fasern so viel Festigkeit in die Papiere, dass sie sich als Ersatzpapiere mit Kraftliner messen können. Zudem unterliegen die regional zu beschaffenden Fasern nicht der EUDR und sind somit gegenüber Frischfaserpapieren nicht reguliert.
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