Streit um die Kompostierbarkeit von Biokunststoffverpackungen

Greenpeace tadelt die Praxis in Italien, Biokunststoffverpackungen wie Einkaufstüten oder starre Lebensmittelbehälter über den Biomüll zu entsorgen. Die italienischen Biokunststoffverbände Assobioplastiche und Biorepack weisen die Kritik zurück.

Hintergrund ist der italienische Sonderweg bei der Umsetzung der EU-Einwegkunststoffrichtlinie (SUPD). Die dabei geplanten Ausnahmeregelungen für Biokunststoffe hatten Greenpeace Italien 2021 bewogen, gemeinsam mit anderen NGOs eine offizielle Beschwerde gegen das Land bei der EU-Kommission einzureichen. Nach einer neuer Untersuchung der Umweltschutzorganisation wird ein Großteil der Bioabfälle in Vergärungsanlagen behandelt. Diese könnten kompostierbare Kunststoffe nicht abbauen. Der Rest lande in Kompostieranlagen, die in der Regel zu schnell arbeiteten, um den Abbau der als kompostierbar vermarkteten Produkte zu gewährleisten.

Dieser Aussage widersprechen Assobioplastiche und Biorepack. So müssten italienische Bioabfallverwertungsanlagen nachweisen, dass sie bioabbaubare und kompostierbare Kunststoffverpackungen qualitativ verwerten können. Vielmehr solle man die kurzen Zykluszeiten, mit denen die Anlagen arbeiten, hinterfragen. Anstatt einen „Kreuzzug“ gegen Biokunststoffe zu führen, rufen die Verbände dazu auf, sich damit zu befassen, welche Abfälle den Kompost wirklich verunreinigen und die Behandlung stören. Dies seien nicht Biokunststoffe, die nur einen geringen Anteil am Biomüll ausmachten.

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