US-Zollankündigungen dämpfen Wachstumsperspektiven

Im Frühjahr 2025 befindet sich die deutsche Wirtschaft in einem herausfordernden Umfeld. Das berichtet das Bundeswirtschaftsministerium Anfang der Woche. 

Zwar haben die finanzpolitischen Weichenstellungen der künftigen Regierungskoalition sowie die damit verbundenen Änderungen im Grundgesetz zunächst für eine spürbare Stimmungsaufhellung in Unternehmen und Verbrauchern gesorgt. Doch die am 2. April von der US-Regierung angekündigten umfassenden Zollerhöhungen, die kurz darauf wieder zum Teil zurückgenommen wurden, haben an den internationalen Finanzmärkten Turbulenzen ausgelöst und weltweit zu einer deutlichen Korrektur der Wachstumserwartungen geführt.

Noch sei unklar, in welchem Umfang und über welchen Zeitraum die bereits wirksamen und die weiteren angekündigten protektionistischen Maßnahmen Bestand haben werden und welche Gegenreaktionen sie nach sich ziehen. Klar sei jedoch, dass die sprunghaften Ankündigungen weltweit die Unsicherheit in Unternehmen und privaten Haushalten spürbar verstärkt haben – mit entsprechenden negativen Auswirkungen auf die kurzfristigen wirtschaftlichen Perspektiven, heißt es weiter.

Diese Entwicklung treffe die deutsche Wirtschaft zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die Phase wirtschaftlicher Stagnation der vergangenen Jahre sei noch nicht überwunden. Zwar gab es zuletzt erste positive Signale bei wichtigen Frühindikatoren wie dem ifo Geschäftsklima, den ZEW-Konjunkturerwartungen und dem Konsumentenvertrauen, doch die unberechenbare US-Handelspolitik dürfte zu deutlichen Rückschlägen bei den Erwartungen führen.

Besonders betroffen von den handelspolitischen Spannungen ist die stark exportorientierte und tief in globale Lieferketten eingebundene deutsche Industrie, die sich nach wie vor in einer Schwächephase befindet. Während sich die inländischen Auftragseingänge im Februar – bereinigt um Großaufträge – stabilisierten, zeigten die Auslandsaufträge weiterhin einen rückläufigen Trend.

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