Fortsetzung im US-Zollchaos: Trump kündigt neue Zölle ab Februar auch für Deutschland an

Der geopolitische Konflikt zwischen den USA und Dänemark um die Insel Grönland sorgt für neue handelspolitische Spannungen.

US-Präsident Donald Trump hat am 17. Januar neue Zölle angekündigt, die explizit für Waren aus Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Finnland, den Niederlanden und Großbritannien gelten sollen. Sollten diese so in Kraft treten, würde für alle Waren ein neuer Zoll von 10 % fällig, die in die USA exportiert werden. Der Plan des US-Präsidenten sieht zudem einen Anstieg des Zollsatzes auf 25 % mit Wirkung ab 1. Juni 2026 vor. Die Zölle bleiben laut dem Schreiben Trumps solange in Kraft, bis eine Vereinbarung über den „kompletten und totalen Erwerb Grönlands“ vorliegt.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte in einem gemeinsamen Statement mit EU-Ratspräsident António Costa: „Zölle würden die transatlantischen Beziehungen untergraben und könnten eine gefährliche Abwärtsspirale in Gang setzen.“ Die deutsche Bundesregierung erklärte, die Äußerung „zu Kenntnis genommen“ zu haben und in enger Abstimmung mit europäischen Partnern zu dieser Sache zu sein.

Die Europäische Union erwägt offenbar, Gegenzölle in Höhe von bis 93 Mrd € auf US-Importe zu erheben. Bernd Lange, Vorsitzende des Handelsausschusses im Europäischen Parlament, erklärte dazu in einem Interview mit Phoenix, dass man dies „sehr genau prüfen werde“. Eine Liste mit Gegenmaßnahmen sei bereits verfügbar und daher schnell einsetzbar. Die EU-Abgeordneten beraten laut Sitzungsvorlage noch in der KW04 über die weiteren Schritte.

Auch die Papier- und Verpackungsindustrie ist betroffen

Die neuen US-Zölle würden ebenfalls die Exporte von Papier und Karton in die Vereinigten Staat betreffen. Bereits 2025 erklärte der europäische Dachverband der Papier- und Zellstoffindustrie, dass die USA der zweitgrößte Importeur von Papier- und Kartonproduktion aus der EU sind. Bereits die ursprüngliche Zolleinigung vom 27. Juli 2025, das einen ein einheitlichen Einfuhrzollsatz von 15 % vorsah, habe ein erhöhtes Kostenniveau für Exporte der Branche in der USA zementiert.

Mögliche Gegenmaßnahmen der EU könnten auch die Einfuhr von fertigen Verpackungen und die jeweiligen Vorprodukte sowie Maschinen betreffen. Im Kunststoffbereich umfasste die von der EU im Mai 2025 umfasste Liste unter anderem die Standardkunststoffe PP, PS, PVC sowie PET betroffen. Im PP-Bereich würden mögliche Gegenzölle laut Eurostat-Daten Einfuhren von etwa 107.600 tim Wert von 187 Mio € aus den USA in die EU im Jahr 2024 treffen. Beim PVC wären Importe in Höhe von etwa 118.000 t in einem Wert von knapp 100 Mio € betroffen.

 

 

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