Der Vorstandsvorsitzende und CEO der Mayr-Melnhof Karton AG Peter Oswald hat seine erste Amtsperiode im April 2020 angetreten, einem Zeitpunkt, an dem die Welt bereits mit den Auswirkungen des Coronavirus zu kämpfen hatte. In den EUWID-Marktberichten fanden sich Aussagen über Hamsterkäufe der Endverbraucher aus den Bereichen Lebensmittel und Pharmazie. In der Folge lagen Lieferzeiten für Frischfaser-, aber auch für Recyclingkarton bei 12 Wochen und darüber.
Gleichzeitig machten die Europäische Verpackungsverordnung (PPWR) und die Einwegkunststoffrichtlinie (SUPD) in den ersten Diskussionen 2020 und 2021 Hoffnung auf einen zunehmenden Einsatz von Frischfaserkarton im Außer-Haus-Verzehr sowie allgemein im Bereich Faltschachtelkarton auf eine Substitution von Kunststoff durch faserbasierte Verpackungen. Die Erwartungen an diese, durch die Gesetzgebungen geschaffenen neuen Absatzkanäle sind bisher nicht messbar eingetreten und haben faserbasierte Lösungen mit Beschichtung unter die SUPD subsumiert. Der Markt für Frischfaserkarton hatte bereits Mitte/Ende der 2000er erstmals gezeigt, dass damals bestehende Kapazitäten die Bedarfe deutlich überstiegen und im Zuge dessen geschlossen wurden.
In seiner zweiten Amtsperiode hat sich Peter Oswald die Zeit genommen, dem EUWID Fragen zu Entwicklungen und Entscheidungen unter seiner Ägide zu beantworten.
EUWID: Mayr-Melnhof hat seit 2020 im Bereich Frischfaserkarton die Kapazität deutlich ausgebaut. War die Entscheidung vor dem Hintergrund der Entwicklungen die richtige?
Peter Oswald: „Die Analyse war richtig, dass MM als führender Faltschachtelproduzent in Europa eine Rückwärtsintegration mit hochwertigem Karton auch im GC anstrebte. Die beiden GC-Werken Baiersbronn und Eerbeck konnten dies aufgrund der unzureichenden Produktqualität und der schwachen Kostenposition nicht bieten, weshalb wir diese Werke auch verkauft haben. Insofern waren die Zukäufe Kotka und Kwidzyn die ideale Lösung. Richtig ist aber auch, dass Karton allgemein seither mehreren negativen Entwicklungen ausgesetzt war...
Die vollständige Antwort sowie das gesamte Interview können unsere Premiumabonnenten bereits hier lesen. Danach erscheint der Beitrag in der Printausgabe von EUWID Verpackung. ...

