Die Omnifiber GmbH baut im thüringischen Schmölln Deutschlands erste Aufbereitungsanlage für Papierverbundverpackungen. Der Baubeginn ist für dieses Jahr vorgesehen, die Inbetriebnahme für das zweite Halbjahr 2026. Das Projekt gilt als derzeit größtes seiner Art in Europa und soll eine bestehende Lücke in der Recyclinginfrastruktur für Flüssigkeitskartons und PPK-Materialien aus dem Leichtverpackungsstrom schließen.
„Mit dieser Anlage positionieren wir uns als verlässlicher Partner der Entsorgungswirtschaft, der dualen Systeme und der Flüssigkeitskartonindustrie und schaffen einen Meilenstein für die Kreislaufwirtschaft in Deutschland“, erklärte Omnifiber-Geschäftsführer Markus Hildebrandt.
Zum Start ist eine Verarbeitungskapazität von rund 170.000 Tonnen pro Jahr vorgesehen. Perspektivisch kann die Anlage auf bis zu 235.000 Tonnen erweitert werden. Insgesamt investiert das Unternehmen nach eigenen Angaben einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag in das Projekt, das rund 60 neue Arbeitsplätze schaffen soll. Verträge über die Abnahme und Verwertung der Materialien seien mit LVP-Sortieranlagen, dualen Systemen und der Recarton GmbH geschlossen worden, erklärte Hildebrandt.
Omnifiber reagiert damit auf die zuletzt deutlich gesunkene inländische Verwertungskapazität für gebrauchte Getränkekartons. Nach der Stilllegung der Papierfabriken Delkeskamp in Nortrup im Jahr 2022 und Heinzel in Raubling im Mai 2024 verbleibt in Deutschland aktuell nur noch die Niederauer Mühle als Verwerter von Flüssigkeitskartons. Für Papierverbundmaterialien aus dem LVP-Strom besteht bislang keine größere Aufbereitungsmöglichkeit.
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